Suchen

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW durch Lufthansa unter Auflagen genehmigt

21-12-2017

Lufthansa

Die Europäische Kommission hat den geplanten Erwerb bestimmter Vermögenswerte der Air Berlin (ISIN: GB00B128C026, WKN: AB1000, Ticker-Symbol: AB1, NASDAQ OTC-Symbol: AIBEF) in Form des Unternehmens Luftfahrtgesellschaft Walter ("LGW") durch Lufthansa (ISIN: DE0008232125, WKN: 823212, Ticker-Symbol: LHA, Nasdaq OTC-Symbol: DLAKF) genehmigt. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung der EU-Kommission:

Der Genehmigungsbeschluss unterliegt der Bedingung, dass Lufthansa Verpflichtungen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen insbesondere am Flughafen Düsseldorf einhält.

Der Beschluss der Kommission betrifft lediglich den geplanten Erwerb der LGW durch Lufthansa. Denn die Lufthansa hatte sich während des laufenden Fusionskontrollprozesses der Kommission dazu entschieden den restlichen Teil der ursprünglich geplanten Transaktion, d. h. die Übernahme der NIKI Luftfahrt GmbH ("NIKI"), fallen zu lassen.

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte: "Es ist unsere Aufgabe zu verhindern, dass europäische Verbraucher durch Fusionen schlechter gestellt werden. Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen des LGW-Erwerbs auf den Wettbewerb begrenzt sind. Insbesondere am Flughafen Düsseldorf würde sich der Bestand an Zeitnischen der Lufthansa um lediglich 1 Prozent erhöhen - die Hälfte aller Zeitnischen würde von Konkurrenten der Lufthansa gehalten. Damit wird unseren Wettbewerbsbedenken Rechnung getragen, welches uns erlaubt heute die geplante Transaktion im Rahmen der EU-Fusionskontrollvorschriften zu genehmigen."

Nach mehreren Jahren, in denen Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, meldete Air Berlin im August 2017 Insolvenz an. Der Insolvenzverwalter der Gesellschaft leitete dann den Verkauf von Air Berlin-Vermögenswerten im Rahmen eines Bietverfahrens ein; Frist für die Einreichung bindender Gebote war der 15. September 2017.

Es gingen mehrere Gebote für verschiedene Teile von Air Berlin beim Insolvenzverwalter ein. Am 25. September 2017 gab der Insolvenzverwalter den Beschluss des Unternehmens bekannt, die Verhandlungen über die meisten Vermögenswerte von Air Berlin, darunter LGW und NIKI, ausschließlich mit Lufthansa, der größten Fluggesellschaft in Deutschland, fortzusetzen. Damit wies Air Berlin die anderen Gebote zurück, mit Ausnahme des Gebots von easyJet bezüglich der Tätigkeiten von Air Berlin in Berlin-Tegel, über das separat weiterverhandelt wurde.

Am 12. Oktober 2017 schloss Air Berlin mit Lufthansa einen Kaufvertrag, dem zufolge Lufthansa folgende Vermögenswerte erwarb:

- die Ferienfluggesellschaft NIKI mit ihren Flugzeugen, Crews und Zeitnischen (d. h. der Erlaubnis, an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit zu starten oder zu landen);

- die Regionalfluggesellschaft LGW, die (vor dem Insolvenzverfahren von Air Berlin) in erster Linie im Zubringerluftverkehr für den Kurz- und Langstreckenbetrieb von Air Berlin an den Flughäfen Berlin und Düsseldorf tätig war, und

- eine Reihe weiterer Luftfahrzeuge, Crews und Zeitnischen von Air Berlin an verschiedenen Flughäfen in der EU, insbesondere in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Diese Vermögenswerte wurden der LGW übertragen.

- Der Kaufvertrag sah für Lufthansa außerdem die Option vor, NIKI vom Erwerb auszunehmen. Lufthansa beschloss am 13. Dezember 2017, diese Option auszuüben, was dazu führte, dass NIKI am selben Tag Insolvenz anmeldete. Der Insolvenzverwalter leitete seither ein Verkaufsverfahren für NIKI ein, das derzeit noch läuft.

Das Fusionskontrollverfahren der Kommission bezüglich LGW

Die ursprüngliche Transaktion wurde am 31. Oktober 2017 bei der Kommission angemeldet. Nach dem Beschluss der Lufthansa, NIKI nicht zu erwerben, beschränkte die Kommission ihre Untersuchung auf die Auswirkungen des verbleibenden Teils der Transaktion (d. h. des Erwerbs von LGW einschließlich weiterer Luftfahrzeuge, Crews und Zeitnischen von Air Berlin) auf den Wettbewerb. Insbesondere bewertete die Kommission, ob der Bestand an Zeitnischen, den Lufthansa an verschiedenen Flughäfen erwerben würde, es der Gesellschaft erlauben würde, Wettbewerber daran zu hindern, in den Markt für Passagierverkehr zu und von diesen Flughäfen einzutreten oder auf diesem Markt zu expandieren.

Die Kontrolle über einen großen Bestand an Zeitnischen an überlasteten Flughäfen kann zu einer Erhöhung der Eintrittsbarrieren für Fluggesellschaften führen, die im Verkehr zu und von diesen Flughäfen tätig sein wollen. Dies wiederum könnte höhere Preise oder weniger Auswahl für die Passagiere bedeuten.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass sich die Erhöhung des Bestands an Zeitnischen der Lufthansa am Flughafen Düsseldorf durch den Erwerb von LGW im Hinblick auf Preise und/oder Auswahl von Dienstleistungen voraussichtlich nachteilig für die Fluggäste auswirken würde. Daher zog die Kommission den Schluss, dass die Übernahme von LGW durch Lufthansa Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs am Flughafen Düsseldorf auslösen würde.

An den anderen Flughäfen, an denen Lufthansa Zeitnischen erwarb, wurden keine solchen Bedenken ermittelt - weil entweder diese Flughäfen nicht so stark überlastet waren, der Umfang des Zeitnischenportfolios der Lufthansa nach der Übernahme nicht zu Wettbewerbsproblemen führte oder der durch die Transaktion herbeigeführte Zuwachs gering war.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes ist privat und nicht öffentlich sichtbar.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Bitte die im Bild dargestellte Zeichenfolge eingeben

Esta web utiliza cookies para obtener datos estadísticos de la navegación de sus usuarios. Si continúas navegando consideramos que aceptas su uso. Más información
Aceptar