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Multi-Kulti unter karibischer Sonne

08-09-2017

Von Kornelia Doren
Ricardo Croes, in Sero Colorado San Nicolas, nahe der Naturbrücke Arubas

Der Arubaner Ricardo Croes repräsentiert vieles, was für seine Heimat charakteristisch ist: Der Vinothek-Besitzer ist mehrsprachig, lächelt als Frohnatur mit anderen um die Wette, singt gerne, mag Casinos und liebt gute Weine, die er Touristen gerne näher bringen möchte. Grund genug, den Insel-Experten zu seinem Domizil zu befragen.

Ricardo, wie definieren Sie ihre Heimat?

Aruba ist eine kleine Multi-Kult-Insel in der Karibik mit niederländischem Einschlag. Wir haben etwa 120.000 Einwohner. Unsere Insel wird „Happy Island“ genannt, denn wir lachen gern. Das ist unsere Art zu sagen: Wir freuen uns, dass du da bist! Dass uns über 100 Kulturen geprägt haben, merkt man auch in unserer Küche. Und in mehr als 350 Restaurants. Außerdem haben wir 12 Casinos.

ARUBA, Baby Beach, Foto: Kornelia Doren

ARUBA, Baby Beach, Foto: Kornelia Doren

Casinos gehören zu Ihrer Heimat offenbar wie der Rum zur Karibik – aber warum ist das so?

Meist sind wir es, die dort hingehen. Arubaner lieben es, zu spielen, ob Bingo oder irgendwelche Turniere. Fast jedes Casino bietet täglich wechselnde Programme an. Wir treffen uns dort mit Freunden, in einem netten Ambiente. Selbst wochentags gibt es oft Life-Musik, kostenfreie Drinks und Snacks.

At Charlies bar with press from Norway, Foto: Ricardo Croes, archivio privado

At Charlies bar with press from Norway, Foto: Ricardo Croes

Klingt gut. Musik scheint sowieso eine wichtige Rolle auf Aruba zu spielen. Das wurde mir klar, als ich vor einiger Zeit ein Werbe-Video über die Insel sah, in dem Repräsentanten des Tourismusamtes die Vorzüge des Eilands besangen. Das war fast ein Musical…

Ja, diese Tradition haben wir von unseren Vorfahren geerbt. Angefangen bei den Philippinen, über Kolumbianer, Holländer, Chinesen… sie singen alle gern. Aber ganz besonders lieben wir das Karaoke!

Das wundert mich nicht. Karaoke ist sehr gesellig, lustig und ziemlich schräg. Es soll aber auch Menschen geben, die in ihrer Freizeit Ruhe suchen, Entspannung. Findet man das auch auf Aruba ?

Natürlich. Ich weiß, dass besonders die Deutschen gerne in kleinen, familiären Hotels am Eagle Beach wohnen, und der ist nun wirklich für seinen einsamen Sandstrand bekannt. Elf Kilometer Ruhe! Tagsüber kann man dort Yoga machen, ohne gestört zu werden, man kann lesen oder Massagen bekommen. Und was spricht gegen ein romantisches Dinner abends am Strand, begleitet von Mondschein, der sich im Meer spiegelt, von Kerzenlicht und gutem Wein.

Für welche Urlauber eignet sich Aruba besonders?

Aruba ist wie gemacht für Familien, Paare und Abenteuerlustige. Wir unterscheiden zwei Areale auf der Insel: Palm Beach mit seinen Luxus-Resorts und namhaften Hotelketten, da fühlen sich unsere amerikanischen Gäste sehr wohl. Und dann gibt es den Eagle Beach, der bei Europäern beliebt ist, wegen seiner kleinen Häuser, seiner individuellen Atmosphäre. Aber ehrlich gesagt, hier findet jeder sein persönliches Glück. Egal ob nun als Yoga-, Bade-, Abenteuer- oder Shoppingfan.

Apropos Abenteuer: Es heißt, vor Aruba liegt ein gesunkenes deutsches U-Boot aus Kriegszeiten, stimmt das?

Ja!  Die “Antilla” ist heute unser bester Tauchspot. Das war einmal ein deutsches Frachtschiff, das im Zweiten Weltkrieg vor Malmok, nahe des Boca Catalina Strands, auf Grund ging. Übrigens zählt Aruba laut „Scuba Diving Magazine“ zu den Top-Wrack-Tauch-Gebieten der Welt.

Tauchen in Aruba

Ein perfekter Tag auf Aruba – wie könnte der aussehen?

Ich empfehle allen zunächst einmal die Inseltour, damit sie wissen, wo sie sind. Also… Am Vormittag in den wilden Norden der Insel mit seinem frisch hergerichteten Leuchtturm, der Alto Vista Kapelle aus dem Jahr 1750, der Bari Fels-Formation, der einstigen Bushiribana Goldmine und einer Art Naturbrücke im Meer. Mittags, denke ich, sollte man sich Fisch und Shrimps in einer rustikalen Hafen-Fisch-Bar genehmigen. Vielleicht in der „Zeerovers“ in Savaneta. Aber man kann natürlich auch den halben Tag auf der vorgelagerten „De Palm Island“ verbringen. Bei Musik, Essen und herrlichem Wasser.

Sie lieben es, kulinarisch ihren Gästen „das gute Leben“ zu zelebrieren. Doch wenn Sie zuhause sind, und sich einen guten Schluck gönnen, welchen Wein nehmen Sie dann?

Oh, ich bin ein großer Fan von chilenischen Weinen. Unter anderen mag ich den „Valdivieso Cabayo Loco Nr. 16”. Allen, die jetzt Näheres dazu wissen wollen, denen sage ich: Kommt mal zu mir auf ein Glas vorbei, dann probieren wir diesen Wein gemeinsam.

In Chile with grapes Malbec, Foto: Ricardo Croes

Kontakt:

www.thewineroomaruba.com

www.depalmisland.com

www.amsterdammanor.com

www.arubarestaurants.com/restaurants/charlies-bar-restaurant

INFORMATIONEN ZU ARUBA:

Aruba ist das kleinste karibische Eiland der niederländischen ABC-Inseln. Nur knapp 30 Kilometer vor der Küste Südamerikas entfernt, bietet es gerade im Nordosten ein exotisches Insel-Bild mit seinen Kandelaber-Kakteenwäldern, Leguan-Kolonien und Aloe-Vera-Plantagen.

Der Westen der 30 Kilometer langen und neun Kilometer breiten Insel hat blendend weiße Strände. Den feinsten Sand findet man am "Eagle Beach", während der "Baby Beach" besonders bei Familien mit kleinen Kindern beliebt ist, da der Strand flach und gefahrlos ins Wasser führt.

Abends treffen sich Einheimische wie Touristen in "Charlie's Bar". Die urige, bunte Kneipe im ehemaligen Fischerort San Nicolas ist mittlerweile eine Institution geworden. Ihr Besitzer öffnete sie, als die einstige Königin Beatrix noch ein Kind war. Im Laufe der Jahrzehnte schleppten Fischer und Touristen Charly so manche Überraschung an, die das Meer an den Strand geworfen hat. Bojen, Holz, Autoschilder, Riesenmuscheln. Charly erklärte alles kurzerhand zur Kunst! Heute führt sein Sohn das Lokal als eine Art Galerie und Treffpunkt für Lebenskünstler.

Dass die Arubaner warmherzig und gastfreundlich sind, hängt nicht nur mit ihrer von vielen Kulturen geprägten Geschichte zusammen. Auch das trockene, nicht zu heiße Klima macht die Menschen sanft. Die Sonne scheint den ganzen Tag, und stets geht eine leichte Brise. Da ist es kein Wunder, dass die Insulaner meist lächeln. Man gewöhnt sich übrigens schnell daran. Und es stimmt nicht, dass man das Lächeln bei der Ausreise wieder abgeben muss. Man kann es mitnehmen, wie der Zoll ausdrücklich bestätigte. Nach Berlin, nach Leipzig, Rostock, München, Goslar…

Von Kornelia Doren

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