Suchen

Dies bewerten

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kuba: Auf den Spuren der Entdecker

20-09-2017

Von Kornelia Doren
Kuba: Auf den Spuren der Entdecker

Was haben Kolumbus, Humboldt und deutsche Touristen auf Kuba gemeinsam? Die Neugier. Während die einen gestern auf der Suche nach der Neuen Welt waren, spüren die anderen heute der vergangenen Welt nach. Was beide miteinander verbindet, ist die Freude an einer überbordenden Natur. Die gibt es noch auf Kuba. Im Übermäß, besonders im östlichen Teil der Antillen-Insel, der durch

Kolumbus entdeckt und von Humboldt akribisch erkundet wurde. Ergänzt wird „dieses karibische Gesamtensemble“ durch reichlich Farbe, Rhythmus und Akustik.

Mit einer überraschenden Konzeption fördert das kubanische Tourismus-Ministerium (MINTUR) neuerdings die Entdeckerfreude der Urlauber. Der äußerste Osten Kubas war bisher nur wenigen Touristen bekannt. „Nun, sagt Alexander Sierra Bouzas, Direktor für die touristische Entwicklung der Insel, „werden die regenwaldreichen Provinzen Holguins, Granmas, Santiagos und Guantánamos für Rundreisende mit den klassischen Badeorten von Holguin verbunden.

So entsteht ein nachhaltiger Tourismus, in dem sich Natur, Geschichte, Tradition und kulturelles Erbe zu gleichen Teilen wiederfinden. Der Geist, der auf der FITCuba, der wichtigsten internationalen Reise-Messe Kubas, vermittelt wurde, lautet: Jeder kann Kolumbus sein, Entdecker werden!

Um im Urlaub etwas über die Kolonial- und Revolutions-Geschichte Kubas zu erfahren, muss der moderne Eroberer nur den Routen folgen, die einst Kolumbus bereiste. Kluge Köpfe vom Tourismus-Ministerium haben sie recherchiert und mit Reiseveranstaltern aufbereitet. Diese „geistigen“ Ein- und

Mehrtagesausflüge sind etwas ganz Neues für die Provinz Holguin, in der bislang vor allem der Badetourismus florierte. Doch Kuba ist weit mehr als Sonne, Salsa und Strand. Das neue Angebot für Neugierige auf den wilden Osten Kubas ist von einer bemerkenswerten Vielfalt.

Angefangen bei den archäologischen Zeugnissen der Taino-Ureinwohner in Chorro de Maita, nahe der Bahia de Bariay, wo Kolumbus erstmals kubanischen Boden betrat, bis hin zur wilden Gebirgswelt der Sierra Maestra, in der man auf Fidels und Ches Spuren durch die prachtvolle Landschaft des Nationalparks Turquino wandern kann. Der Weg hinauf auf Kubas höchstem Berg (1974 m) führt vorbei an Zitrus-, Mango- und Guavenbäumen, an Flüssen und Wasserfällen. Rund 300 Vogelarten, rund 70 davon endemisch, zwitschern, kreischen und gurren hier in den Zedern- und Mahagoniwäldern. Zu den endemischen, nur auf Kuba vorkommenden, Tierarten gehören der Hummel-Kolibri, im Volksmund „Zunzuncito“ genannt, der kleinste, nur daumennagelgroße Frosch der Welt und die Schmetterlings-Fledermaus. Seit November ist auch ein Besuch von Fidels Geburtshaus im ländlichen Biran, sowie seines Grabs auf dem Friedhof Santa Iphigenia in Santiago de Cuba möglich.

Von der Naturerfahrung zur Kultur

Gerade weil das Gebiet zwischen den Städten Holguin, Santiago und Baracoa so unberührt ist, geht ein besonderer Zauber von der Landschaft aus. Das spüren besonders diejenigen, die der Zivilisation entfliehen wollen. Während so mancher Urlauber aus fernen Kontinenten gerne ein, zwei Wochen seinen Mojito am Strand trinkt, fängt der Europäer meist nach einigen Tagen Badeurlaub an, die Gegend zu erkunden. Dies Bedürfnis kann Kuba im Übermaß stillen. Gerade die Vielzahl von Kolonialstädten, Naturparks und nationalen Monumenten unterscheidet die Zuckerinsel von anderen karibischen Inseln: Hier fällt es leicht, von der Naturerfahrung auf Kultur umzusteigen.

Tagsüber besucht man beispielsweise die Kakao-Farm „Finca Duaba“ bei Baracoa, in der man den Kakao-Experten José Manuel Perez Zabater (92) treffen kann. Abends sieht man den betagten Mann mit seiner Gitarre im Arm als Troubadour im Kulturhaus “Casa de la Trova”. Hier wird traditionell Son und Salsa gespielt. José Zabater singt nicht etwa als eine Art Attraktion für die Touristen, nein, er singt für sich. „Die Casa ist auch für uns Einheimische ein Haus der Kultur“, sagt er voller Würde.

Cayo Saetia-Kosmos abseits touristischer Zentren

Wer sich nach so viel Rhythmus am nächsten Tag wieder der Natur zuwenden möchte, dem sei das Naturreservat Cayo Saetía an der Nordküste von Holguin empfohlen. Es ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und am besten mit dem Mietauto, oder neuerdings auch per Katamaran zu erreichen. Die 42 Quadratkilometer große Insel mit ihren traumhaften Buchten ist ein noch wenig erschlossener Kosmos abseits touristischer Zentren. Die einzigen Weggenossen, die man hier trifft, sind Antilopen, Zebras und Papageien. Und so mancher Vogel-Strauß. Den man, sollte er ruhen, für einen großen Stein halten kann.

Cayo Saetia  Foto: Kornelia Doren

Mit seinen natur- und kulturorientierten Globetrottern war Deutschland in diesem Jahr das Gastland auf der 37. FIT Cuba. Die Alemannen haben dort viel Lob vom erhalten. Isabel Docampo Torres, als Direktorin des kubanischen Fremdenverkehrsamts für Deutschland zuständig, sagte: Dass Kuba zu den Trendzielen der Deutschen gehört, hat geographische, klimatische und kulturelle Gründe. Am wichtigsten aber scheint mir die Tatsache zu sein, dass sich die Deutschen bei uns wohl fühlen, sicher sind und unsere Gastfreundschaft schätzen.

Außerdem lassen sie sich gerne von unserer Lebensfreude und Herzlichkeit inspirieren. Vielleicht ist das der Grund, warum viele Deutsche eine Rundreise buchen, gleich ein ganzes Bilderbuch voller Eindrücke sammeln.

Das deckt sich mit der Statistik. Im letzten Jahr besuchten 242.000 Bundesbürger Kuba, das entspricht einem Anstieg von 38 Prozent. Bis zum Ende des Jahres rechnet der kubanische Tourismus-Minister Manuel Marrero mit etwa 4,7 Millionen Gästen aus aller Welt, einer Steigerung von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2018 will man sogar die magische Grenze von fünf Millionen Besuchern durchbrechen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, können neuerdings Einzelreisende und Kleingruppen einen persönlichen Guide buchen, der sie durch die tropische Landschaft des Ostens führt, ihnen die üppige Fauna und Flora erklärt: die stachligen „Schwiegermutter-Bäume“, Riesenfarne, Orchideen, Fledermäuse, Urzeitkrebse, Kolibris, Bussarde, Baumratten und den blau-weiß-gefiederten Nationalvogel, den „Tocororo“.

Cayo Saetia  Foto: Kornelia Doren

Inmitten einsamer Natur zu wohnen, erfreut übrigens nicht nur Reisende, auch die privaten Vermieter und kleinen Restaurant-Betreiber haben etwas davon. Insgesamt gibt es derzeit etwa 2.000 Restaurants und 21.000 Zimmer auf der ganzen Insel, die von Einheimischen auf eigene Rechnung („cuentapropista“) betrieben werden. Also dann, auf nach Kuba, gesucht werden Neugierige, die Spaß daran haben, Entdecker, Kolumbus zu sein.

Reisetipps:

Informationen: www.cubainfo.de, www.turnatcuba.com, www.fitcuba.com

Direktflüge: Condor fliegt ab Frankfurt und München nach Holguin:

www.condor.com. Aktiv-Urlaubern sei die Mitnahme eines eigenen Rads empfohlen.

Kosten pro Fernstrecke: ab ca. 44,- Euro. Mehr Beinfreiheit und Services gibt es in

der Premium Economy Class. Das ausgeruhte Ankommen auf Kuba oder am Heimatflughafen

ist ab einem Aufpreis von 100 Euro (je nach Saison) zu haben. 

Nationalparks im „Oriente“:

- Sierra Maestra, Provinz Granma.

Natur und Strände in der Provinz Granma  Foto: FITCuba, MINTUR

 Tipp: Wanderung zur Comandancia de la Plata und zum Pico Turquino

- Baconao, Provinz Santiago de Cuba. Tipp: Bootsfahrt über die Laguna de Bacanao

- Alexander von Humboldt, Provinzen Holguin und Guantánamo.

Tipp: Mit dem Rad zum Tafelberg „El Yunque“

- Pinares de Mayari, Provinz Holguin. Tipp: Baden am Wasserfall Pinares de Mayari

Hotel-Tipps für den Osten Kubas:

- Hotel Playa Pesquero, Playa Pesquero

- Sol Río Lunas y Mares, Guardalavaca

- Paradisus de Oro, Guardalavaca

- Meliá Santiago, Santiago de Cuba

- Porto Santo, Baracoa

- Villa Playa Maguana, beim Humboldt-Nationalpark

Restaurant-Tipps:

- La Taberna Pancho, Holguin

- Pavo Real, Santiago

- La Punta, Baracoa

- Rancho Toa, Baracoa

- Finca Duaba, Baracoa

Alexander Sierra Bouzas, Direktor für kubanische Tourismus-Entwicklung

Foto: Kornelia Doren

Von Kornelia Doren

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes ist privat und nicht öffentlich sichtbar.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Bitte die im Bild dargestellte Zeichenfolge eingeben

Esta web utiliza cookies para obtener datos estadísticos de la navegación de sus usuarios. Si continúas navegando consideramos que aceptas su uso. Más información
Aceptar