Ein brasilianisches Gericht hat die ersten Entschädigungszahlungen für Hinterbliebene des Air-France-Unglücks angeordnet.
Bis zur Festlegung einer endgültigen Entschädigung müsse die französische Fluggesellschaft zwei Jahre lang 14.000 Real (rund 5 000 Euro) monatlich für Unterhalt und psychologische Behandlung an die Frau und drei Kinder eines der Opfer zahlen, entschied ein Gericht in Rio de Janeiro. Zudem soll der Familie des 42-jährigen brasilianischen Passagiers, Walter Nascimento Carrilho, eine Lebensversicherung in Höhe von rund 18 000 Euro schnell ausgezahlt werden.
Air France will etwa 17.500 Euro für jedes der 228 Opfer des Unglücksflugs AF 447 zahlen. Der Konzernchef betonte jedoch, dies bedeute nicht, dass die Fluggesellschaft die Verantwortung für den Absturz übernehme.
"Das Geld ist eine Geste des Mitgefühls", sagte Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. "Die Anwälte unserer Versicherungen in jedem Land sprechen mit den Opferfamilien, um die Vorauszahlungen zu organisieren", sagte Gourgeon dem französischen Radiosender RTL.
Hinterbliebene hatten sich vor einigen Tagen beschwert, die Airline kümmere sich kaum um sie. Der Airbus A330 war am 1. Juni auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris mit 228 Menschen an Bord über dem Atlantik verunglückt. Unter den Opfern waren auch 28 Deutsche. Die Absturzursache ist noch ungeklärt, die Suche nach Leichen und Wrackteilen dauert an.
Bisher wurden Flugunfallermittlern zufolge mehr als 400 Teile von der Absturzmaschine gefunden und 50 Leichen geborgen. Daraus versuchen Experten nun, Schlüsse über den Unglückshergang zu ziehen.
AFP